2016 Vescovado bianco

Azienda Agricola Santa Venere, Kalabrien

CHF 18.20

Vorrätig

Kategorie:
Art.-Nr.: 6521/16/075/C06 Schlüsselworte: ,
Trinkreife: 2017 - 2019
Flaschengrösse: 75 cl
Traubensorte: Guardavalle
Alkoholgehalt: 13 %
Servicetemperatur: 10-12°C

Produktbeschreibung

100% Guardavalle-Trauben. Dichtes fruchtig-blumiges Bouquet, reiche Aroma-Entfaltung am Gaumen, trocken, frisch und blitzblank, weinig, perfekt strukturiert, ausgewogener Ausklang. Zu Fisch und Meerfrüchten, weissem Fleisch und zu Käse.


Der gewitzte David – Champagne AR LENOBLE

Die Suche nach dem Perfekten ist für mich eine nie endende Aufgabe. Dabei stellen wir unser zum Teil über lange Jahre gewachsenes Angebot grundsätzlich immer wieder in Frage, und es kann vorkommen, dass neben etwas Vertrautem etwas Neues auftaucht. So nun in der Champagne.

Den Stein ins Rollen brachte seinerzeit ein Besuch in der charmanten Brasserie du Boulingrin an der Rue de Mars in Reims, wo wir auf der Weinkarte unter all den grossen und berühmten Champagner-Marken auf den Namen AR LENOBLE stiessen. Die Initialen AR standen für uns – scherzeshalber – für Albert Reichmuth und LENOBLE tönte nach einem (hoffentlich) vorzüglich hochklassigen Champagner. Wir wurden für unsere Neugier belohnt: die Cuvée Grand Cru Blanc de Blancs überzeugte uns von A bis Z. Er war überaus elegant, duftig und weinig, ein stilvoller Champagner und eine wahrhaft noble Grand-Cru-Qualität – so wie Champagner eben sein soll.

Nach dieser ersten Begegnung begann unser Prüfungsverfahren mit Vergleichsdegustationen, Gesprächen und Besuchen. Und mit der Zeit wurde klar: In einer Weinregion, die von berühmten Markenhäuser dominiert wird, waren wir auf ein Juwel gestossen.

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Sylvain Fadat – wo Bio und Dynamik sich treffen

In jeder Weinregion gibt es Winzerpersönlichkeiten, die durch Kompetenz und Initiative herausragen. Ein Beispiel dafür ist Sylvain Fadat von der Domaine d‘Aupilhac in Montpeyroux. Ausgetretene Pfade mag er nicht, ihn reizt das Neue. Diese Neugier und der daraus erwachsende Erfahrungsschatz sind wohl das Geheimnis seines Erfolges. Er konnte mit seiner Dynamik und Flexibilität auch seine Winzerkollegen zu einem Umdenken bewegen. Svlvain Fadat ist eine treibenden Kraft hinter dem kontinuierlichen Qualitätsanstieg in der Region von Montpeyroux. Dieser führte dazu, dass diese 1995 von der obersten französischen Weinbaubehörde offiziell mit einer separaten Appellation Contrôlée ausgezeichnet wurde.

Sylvains Ehefrau Désirée arbeitet 50 % auf dem Weingut und kümmert sich um alle administrativen Belange. Daneben ist sie als Krankenschwester tätig, was Sylvain schätzt: In seiner unablässigen Betriebsamkeit ist er sicher froh, wenn schnell Hilfe zugegen ist, sollte ihm einmal etwas zustossen. Seine Schaffenslust ist wirklich beeindruckend. Überall stürzt er sich strahlend mitten hinein in die Arbeit, unaufgeregt und wohlüberlegt. Und das nun schon seit über 25 Jahren.

1989 überliessen ihm Grossvater und Vater 6 Hektaren bestes Rebland mit 40- bis 70-jährigen Reben. Sylvain, damals 27, war Düngemittelverkäufer. Der Schritt zum Weinbauern faszinierte ihn, sodass er ohne Zaudern das erste Weinbereitungsabenteuer wagte. Da aber noch kein Keller zur Verfügung stand, vinifizierte er den 89er in einer ausgedienten Camion-Zisterne. Der Berufswechsel liess ihn bald vom Saulus zum Paulus werden. Er entschied sich für einen konsequent biologischen Rebbau ohne chemische Unkrautvertilgungsmittel und mit ausschliesslich organischem Dünger.

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Château Thénac – eine echte Entdeckung

Vor nun gut 30 Jahren besuchte ich die Region von Bergerac im südwestfranzösischen Périgord ein erstes Mal. Das Périgord ist für sein reiches historisches Erbe und das milde Klima bekannt.
Ein Hochpreis-Schub ab dem Jahrgang 1982 bei den Bordeauxgewächsen veranlasste mich, den Blick über die Grenze unseres damaligen Spezialgebietes Bordeaux hinaus zu richten. Schon da übte die weite und hügelige Landschaft mit ihren mittelalterlichen Dörfern und den Burgruinen und die ruhig dahinfliessende Dordogne auf mich eine ganz eigentümliche Faszination aus. Die Weine waren zu jener Zeit für mein Verständnis allerdings noch von zu viel Rustikalität geprägt, so dass sie für unser Sortiment nicht in Frage kamen.

Trotz einer gewissen preislichen Entspannung seit dem Jahrgang 2010 haben uns die nach wie vor hohen Preise für viele Bordeauxweine letztes Jahr veranlasst, unsere Fühler in Bergerac erneut auszustrecken. Ich habe dabei festgestellt, dass sich in Bezug auf die Weinbereitung Einiges getan hat – sicher nicht zuletzt aufgrund des Einflusses des nahegelegenen Bordelais. Heute werden hier Weine produziert, welche es mit ihrem berühmten Nachbarn durchaus aufnehmen können und dabei preislich sehr atrraktiv sind.

Das Resultat unserer Suche war denn auch höchst erfreulich: Château Thénac ist ein Glücksfall. Dieser wunderschöne Besitz im regionalen Stil liegt rund 20 km südlich der Stadt Bergerac. Unter der Leitung des sympathischen und zurückhaltenden Stéphane Guillot, dem seit 2012 beratend Denis Durantou, Besitzer des Château Eglise-Clinet in Pomerol zur Seite steht, werden 45 ha Weingärten bearbeitet. Er freut sich wie wir über den grossen Erfolg, den seine Weine bei uns feiern, bleibt dabei aber bescheiden. Unsere Kunden sprechen über die Thénac Weine von “einer wahren Entdeckung”.

Zur Region

Bei trockenem Klima, an leicht geneigter Südlage und auf Böden, die jenen des Saint-Emilionnais ähnlich sind (kieselhaltig mit teilweise hohem Kalkgehalt), sind die traditionellen sieben Bordeaux-Rebsorten angepflanzt: Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Malbec für die Rotweine, sowie Sauvignon blanc, Sémillon und Muscadelle für die weissen. Der Ertrag wird freiwillig auf rund 40 hl/ha beschränkt (exakt wie in den berühmten Gemeinden des Haut-Médoc).

*Bergerac ist das Bordeaux-nächste Produktionsgebiet Südwestfrankreichs, die Stadt Bergerac liegt nur etwa 100km östlich von Bordeaux. Hier wachsen im Talgrund und an den Hängen beidseits der Dordogne rote und weisse Weine. Lange Zeit bekannt waren sie hauptsächlich wegen ihrer Frische und ihrer Leichtigkeit, sowohl was die roten als auch die trockenen weissen Weine anbelangt.

Die Küche

Das Périgord ist eine von der Natur gesegnete Region und bietet entsprechend eine überaus schmackhafte Küche. Allen voran die schwarzen Trüffel mit ihren unzähligen Verwendungsmöglichkeiten. Die ausgedehnten Wälder versorgen die Region mit Steinpilzen, Eierschwämmen und Morcheln. Sie begleiten die Wildgerichte vom Reh, Hirsch, Wildschwein, Rebhuhn und Fasan aufs vorzüglichste. Und nicht zu vergessen die Geflügelgerichte wie beispielsweise das Confit de Canard. Man versteht: das ist Leben wie Gott in Frankreich.

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Die Boyer-Familie auf Château du Cros: Michel – Catherine – Henry

Michel Boyer ist seit 40 Jahren ein vertrauenswürdiger Partner unseres Weinhauses. Sein Château du Cros liegt in Loupiac und ist für unsere Kundschaft ein bekannter Name für einen sehr guten, Sauternes-ähnlichen Süsswein. Es ist ein richtiger Familienbetrieb. Vater Michel hat die Oberaufsicht, Tochter Catherine besorgt die Administration und den Verkauf, und Sohn Henry ist als Oenologe verantwortlich für Rebbau und Weinbereitung. Trotz des angekündigten Rückzugs auf den Altenteil, gibt Michel Boyer immer noch den Ton an. Im wörtlichen Sinn. Wichtige Entscheide überlässt er zwar weitgehend seinen Kindern, für Besucher jedoch steht er nach wie vor gerne zur Verfügung. Wenn er dann in Fahrt kommt, reichen seine Ausführungen vom Thema Wein in all seinen Aspekten bis hin zur letzten Kirchenpredigt und von Richard Löwenherz, der einst in Aquitanien regierte – und schliesslich zur aktuellen Weltpolitik. Die zwei herumliegenden Hunde sind jeweils Gradmesser für die Intensität seiner Eloquenz: geschlossene Augen bei ruhiger Schilderung, offene bei energischer Stellungnahme – Staunen, wenn Michel schweigt. Catherine, die sich ja mit grosser Kompetenz auch noch um das Rebgut Clos Bourbon in der rund 10 km entfernten Gemeinde Paillet kümmert, lächelt dann jeweils, schenkt uns die Weine zum Probieren ein und führt behutsam aber bestimmt zurück zu den du Cros-Gewächsen.

Zur Region

In den Premières Côtes de Bordeaux mit ihren sanften grünen Hügeln, den langen Rebzeilen, der üppigen Vegetation und den verspielten Flecken an der Garonne unten, wird das vergangene Frankreich wieder lebendig. Historische Schlösser und Burgen, mittelalterliche Städtchen, romanische Kirchen und stattliche Weingüter zeugen vom einstigen Glanz. Von hier sowie dem gegenüberliegenden Graves-Gebiet aus dehnte sich im 11. Jahrhundert unter kirchlichem Einfluss der aquitanische Weinbau systematisch aus. 60 km lang und 5 km breit erstreckt sich die Appellation Premières Côtes heute im Süden der Stadt Bordeaux am rechten Garonne-Ufer entlang bis nach Langon.

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Domaine Weinbach, Kaysersberg (Elsass)

Seit Jahrzehnten pflegen wir den Kontakt mit der Domaine Weinbach in Kaysersberg. Der uns ans Herz gewachsene Frauenbetrieb wurde zu Beginn unserer Zusammenarbeit 1970 von Colette Faller geleitet, einer energischen und ebenso charmanten Dame. Nach und nach übernahmen ihre zwei Töchter Catherine und Laurence Verantwortung. Laurence war eine hervorragende Oenologin und für die Weinbereitung verantwortlich. Catherine, ursprünglich Köchin, kennt sich bestens mit Speisen aus und experimentiert mit neuen Rezepten zu den Weinbach Weinen. Nach dem tragisch frühen Herzinfarkt-Tod von Laurence im Frühjahr 2014 war Colette zwar noch Herz und Seele des Betriebs, doch der Tod ihrer Tochter hat an ihr gezehrt. 86jährig verstarb sie im Februar 2015. Seither führen ihre Tochter Catherine und ihr Enkel Theo das Erbe weiter.

Zur Region

Gänseleber, Zwiebelkuchen, Sauerkraut und Gugelhopf – im Elsass darf nach dieser Partitur geschwelgt werden. Im Land der Störche mit seinen Dörfern voll Romantik und Behaglichkeit nimmt man es wie selbstverständlich hin, dass dieses Feinschmeckerparadies auch erlesene Köstlichkeiten aus dem Rebbau offeriert.

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Emmanuel Reynauds Château de Fonsalette

Château Rayas gehört inzwischen zur anerkannten Spitze der Rhône-Weine. Als wir 1972 diese Beziehung aufnahmen, empfing uns noch Louis Reynaud. Er hatte 1922, als 31-jähriger, das Land von seinem Vater übernommen. Die Rebstöcke, welche er damals pflanzte, stehen zum Teil heute noch. Mit seinen klaren Vorstellungen von Rebbau und Ertrag, Weinbereitung und Qualität führte er Château Rayas an die Spitze aller Châteauneuf-du-Pape Weingüter.

Louis war schon immer ein experimentierfreudiger Traditionalist.1945 kaufte er das romantisch-verwunschene Château de Fonsalette, in der Gemeinde Lagarde-Paréol, nördlich von Orange und verwirklichte auch dort eine Weinbereitung, die Finesse, Intensität und Lagerfähigkeit anstrebte. Seit 1997 ist nun Louis’ Enkel Emmanuel der Hüter dieses beinahe schon sagenumwobenen Rayas Schatzes. Aber auch ihm liegt Château de Fonsalette sehr am Herzen. Ja er meint lachend, dass er sich in Fonsalette und in die dort wachsenden Grenache (50%), Cinsault (35%) und Syrah (15%) fast noch mehr investiert als in den berühmten Superstar Rayas.

Wie gut ihm dieser Wein immer wieder gelingt, erfuhren wir einmal mehr vor zwei Jahren. Im Restaurant Gérard Alonso in Sorgues (Tel 04 90 39 11 02) sassen wir nach unserem Besuch auf Château Rayas beim Mittagessen mit dem kleinen Menu und tranken dazu mit grossem Vergnügen einen 2000er Château de Fonsalette, den Josette Alonso in eine ganz eigenwillige Karaffe mit langem Stiel, Glasbauch und dem Ausguss einer Wasserkaraffe dekantiert hatte. Der Wein passte vorzüglich sowohl zum Entenflügel wie auch zum Käse. Und er ertrug das Dekantieren problemlos. Dieser Wein darf wahrlich als Bereicherung und Erweiterung eines Essens bezeichnet werden.

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J.-M. Crochet, Sancerre

Im Cellier de la Thibaude in der Gemeinde Bué bin ich auf den Clos du Chêne Marchand gestossen. Jean-Marc Crochet, Besitzer dieses kleinen Rebgutes, vermag die Vorzüge dieses Weinbergs, der zu den besten der ganzen Appellation gehört, anschaulich zu erklären: es ist die Bodenstruktur, die die Qualität ausmacht, die Verbindung von kleinen Kieseln mit porösem Kalktuff. Bei sorgfältiger Rebpflege ergibt diese Bodenart gute Frucht, Frische und Finesse, gleichzeitig aber auch Kraft und Ausdruck.

Jean-Marc Crochet entwickelt zusammen mit seinem Sohn Matthieu seine Weine ständig weiter. Immer sucht er nach Nuancen, welche das harmonische Ganze erweitern. Auf seine ehrliche und sympathische Art. Er arbeitet dabei den Charakter der Trauben heraus und erzeugt einen ursprünglichen und ausdrucksvollen Sancerre, wie wir ihn schätzen – fruchtig, rassig mit einem typisch mineralischen Bouquet.

Der Sancerre

Die Geschichte des Sancerre-Weinbergs reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Den Höhepunkt seines Ruhmes erreichte dieser Wein allerdings erst im 19. Jh. als fester Bestandteil des Pariser Lebens. In dieser Stadt, die die Bistro-Kultur mit den rustikalen Gerichten und den schmackhaften Weinen pflegt wie keine andere ist der Sancerre nicht wegzudenken. An rustikalen Tischchen entlang der Boulevards oder versteckt in kleinen Gassen trinkt sich dieser Wein glasweise zu kalten Vorspeisen, Fischgerichten, Schalentieren und natürlich zu Käse. So lässt sich, ohne jeden Chichi, die sympathische Seite der französischen Lebensart aufs Beste zelebrieren.

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Domaine de l’Hortus und Clos du Prieur

Bei unserem letzten Besuch empfahl Jean Orliac vor der Degustation eine kurze Rundfahrt in den Reben und führte uns zu seinem inzwischen bald 20-jährigen Landrover Defender. – “Prenez le volant” – fahren Sie – forderte er mich spontan auf. Ich zögerte nur kurz, denn ein solch mächtiges Vehikel hatte ich noch nie gesteuert. Schon bald allerdings hielt ich mehr Ausschau nach unwegsamen Passagen als nach gepflegtem Rebgelände. Jean erklärte mir daneben eloquent die Vorzüge des Geländes. Die prestigebeladene Appellation Pic-Saint-Loup umfasst 13 Gemeinden und reicht bis vor die Tore von Montpellier. Die charaktervollsten Gewächse stammen verständlicherweise aus dem bergigen Teil, nördlich vom Pic Saint-Loup. Dort trafen wir François, jenen Orliac-Sohn, der die Weinberge betreut.

Zurück auf dem Rebgut, wartete Marie auf uns. Sie kümmert sich um das zweite Orliac-Weingut, den Clos du Prieur in Saint-Jean de Buèges im zauberhaften Buèges-Tal. Ich erinnerte mich an meinen ersten Besuch bei ihr. Es war an einem strahlenden und warmen Frühlingstag. Die damals 30-jährige Marie wartete auf uns. Sie hat ein abgeschlossenes Rechtsstudium und wurde dann passionierte Winzerin. Wie ihr Vater führte auch sie uns zuerst zu den neuen Rebanlagen. Olivenbäume, blühender Rosmarin, Thymian und Lavendel säumten unseren Weg. Bei den Grenache angekommen trafen wir auf Maries Ehemann Rrroger (mit x-fach rollendem R), der junge Blätter – war’s Löwenzahn oder Rucola? – sammelte und mundwässernd schilderte, wie seine Frau mit Knoblauch und etwas Olivenöl einen köstlichen Salat zubereiten werde. Auch über Weinbau wurde noch geredet, bevor es zurück ging in den Keller.

Im Gegensatz zur Domaine de l’Hortus, wo moderne Einrichtungen dominieren, ist auf dem Clos du Prieur alles Tradition und noch viel Handarbeit. Die Höhenlage, die kargen Böden und das kühlere Klima ergeben einen wunderbar feinen Wein mit stützender Tanninstruktur. Das ist Finesse und Geschmeidigkeit aus Südfrankreich und eine optimale Ergänzung zu den kräftigeren Hortus-Weinen.

Zur Region

Die knapp 25km lange Fahrt auf den gewundenen, schmalen Strässchen über die Causse de la Selle war ein reines Vergnügen. Von weitem schon sahen wir die gedrängt zusammenstehenden Häuser und auf einer Anhöhe die Burg aus dem 12. Jahrhundert mit wechselvoller Vergangenheit: ursprünglich Beobachtungsposten, Wohnburg im 17. Jahrhundert, danach Fluchtort für die Dorfbevölkerung beim Durchzug gewalttätiger Horden, schliesslich Stall und „Steinlieferant“ für die umliegenden Häuser. In den malerische Dorfgassen kann es vorkommen, dass man dem laut hupenden Fourgon des Bäckers begegnet und nicht weiss wie passieren oder man trifft auf „Fifi le facteur“, den Pöstler, der seit jeher die Post austrägt.

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Corte Sant'Alda, Veneto

Corte Sant’Alda ist ein Familienbetrieb durch und durch. Das Zepter trägt mit fester Hand Marinella Camerani, und ihr Leitmotiv ist Individualität. Diese pflegt sie bei ihren Reben genauso wie bei den Menschen, welche ihren Wein bereiten.

Schon bei der ersten Degustation der Weine von Corte Sant’Alda war mir klar, dass ich Erzeugnisse gefunden hatte, die meinen Vorstellungen von ehrlichen, regionentypischen und charaktervollen Gewächsen entsprechen. Sie sind von solch ursprünglicher Weinigkeit, dass ich immer neue Gelegenheiten finde, um eine dieser Flaschen zu öffnen – echte Perlen im grossen Veneto-Wein-Meer.

So aussergewöhnlich die Weine von Corte Sant’Alda sind, auf so ungewöhnliche Art fand auch Marinella zum Wein. Die Arbeit im Sekretariat des Familienunternehmens für Autozubehör war nichts für die junge, resolute Frau. Und so verwirklichte sie 1986 ihren Wunsch nach einer naturnahen Tätigkeit. Sie übernahm das etwas abseits der Touristenpfade liegende, rustikale Ferienhaus der Familie und schuf daraus ein schmuckes Weingut.

In den steilen, südwärts gerichteten Hügellagen der Monti Lessini, 30 km nordöstlich von Verona, bewirtschaftet sie heute 15 Hektaren Rebberge. Als qualitätsorientierte Autodidaktin gelang es Marinella Camerani mit Energie und Respekt vor der Natur innerhalb weniger Jahre, zu einer der führenden Erzeugerinnen des klassischen Valpolicella zu werden. «Ich löcherte seinerzeit alle mit meinen Fragen: befreundete Winzer, Oenologen und Bodenspezialisten. Niemand war vor mir sicher», erzählt sie schmunzelnd. Ihre Liebe zum Detail beeindruckt uns. Sie lässt diese in alle Faktoren der Weinbereitung fliessen: Boden, Klima und den Menschen. Dem ersten Punkt schenkte sie ganz besondere Beachtung, und ihre umfangreichen Studien über die Bodenverhältnisse sind in einem 200-seitigen Buch zusammengefasst.

Zur Region

Eine der fruchtbarsten Landschaften Italiens liegt auf vulkanischem Boden zwischen Soave östlich von Verona und dem Gardasee. Die lange Tradition des Rebbaus zeigt sich in der Wahl der Rebsorten. Corvina, Molinara und Rondinella sind alles einheimische Sorten. Besser bekannt ist die Mischung als Amarone della Valpolicella, ein wuchtiger und kräftiger Rotwein. Die Küche des Veneto wird – obwohl in Reichweite des Meeres gelegen – von deftigen Fleischgerichten dominiert. Die Palette der Rotweine umfasst deshalb neben dem Amarone auch leichte, fruchtbetonte Weine wie den Bardolino oder den Valpolicella, auch sie aus Corvina und Molinara gekeltert. Es sind Rotweine, die eher kühl getrunken mit den vorzüglichen, aber eben üppigen Mahlzeiten des Venetos kontrastieren. Der Soave ist zwar der berühmteste Weisswein Italiens, auch er stammt aus einer lokalen Sorte, der Garganega, doch diese Rebsorte produziert so reichlich Trauben, dass die Bandbreite vom Qualitäts- zum Massenwein riesig ist.

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Valdespino – Grand Cru Sherry

1990 wurde das kleine Familienunternehmen Lustau, dessen Produkte wir während mehrerer Jahrzehnte vermittelten, vom Getränkegiganten Luis Caballero geschluckt. Grund genug, uns nach einem neuen Partner für Sherry umzusehen. Bei unserer Suche sind wir auf die Bodega Valdespino gestossen. Valdespino besitzt 56 ha Weingärten in der Region von Macharnudo, die aufgrund der Höhenlage (135 m ü M) und der stark kalkhaltigen, wasserspeichernden Böden seit jeher als die “Grand Cru”-Lagen im Sherry-Gebiet gelten. Valdespino ist die einzige Bodega, die Lagen-Sherrys erzeugt und damit das Prinzip der grossen Gewächse aus Bordeaux und aus dem Burgund befolgt. Zudem verläuft bei Valdespino – auch das ein Unikum – der gesamte Gärprozess noch ausschliesslich in Eichenfässern. Diese Einzigartigkeit und Sorgfalt sowie die überzeugenden Vergleichs-Degustationen sind beeindruckend. Valdespino-Sherrys bestechen durch ihren klaren Charakter, ihre Nuanciertheit, Eleganz und Raffinesse. Meine Favoriten sind der Manzanilla Deliciosa, der sich trinkt wie ein Weisswein sowie der Moscatel Promesa, „gefährlich gut“ aufgrund seiner köstlichen Frucht und zurückhaltenden Süsse.
Jaime Gil von Valdespino hat uns vom vielfältigen Einsatz von Sherry überzeugt: Sherry besteht auch neben säurereichen Speisen wie Salaten oder sehr geschmacksintensiven wie Artischoken. Daneben kann er auch als Beigabe in Gerichten das gewisse Etwas vermitteln. Weitere Anregungen und Sherry-Cocktails wie der in Jerez im Sommer getrunkene Rebuijto finden Sie hier. (Link: Sherry_Anregungen.pdf)

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Das Brüderpaar Carlos und Javier von der Bodega Eizaga

Kennengelernt habe ich die Brüder Carlos (* 1980) und Javier (*1984) García Carralón in der Schweiz an einer Degustation kleiner spanischer Bodegas. Ihre Weine haben mich in den Bann gezogen und so folgte bald auf diese erste Begegnung eine Reise in die Rioja Alavesa.

Ich war erstaunt: Die Bodega Viña Eizaga ist gerade mal 8 Jahre alt. Davor waren Carlos und Javier in London in der Finanzbranche tätig gewesen. Eines Tages erwachte in ihnen der Gedanke, das sich seit Generationen im Familienbesitz befindende Rebland in der Rioja Alavesa selber zur bewirtschaften und Wein zu erzeugen. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation und der Überproduktion in der Rioja wagten sie diesen Schritt, denn sie wussten, dass sie mit ihren 40 ha eigenem Rebland in Laguardia, dem Hauptort der Rioja Alavesa, objektiv gute Karten haben: Dieses Gebiet gilt als die beste Rioja-Anbauzone.

Aus den Gesprächen mit Carlos und Javier geht immer wieder hervor, wie wichtig ihnen der Ausdruck ihrer Weine ist. Sie wollen „unabhängige“ und anspruchsvolle Gewächse keltern, die die Persönlichkeit des Bodens, den Einfluss des Klimas und des Jahrganges zum Ausdruck bringen und damit den Charakter der Region in sich tragen. Die Tätigkeit als naturverbundene Weinproduzenten kompensieren Carlos und Javier mit Aufenthalten in Madrid, wo sie ihren Hauptwohnsitz haben und wo sie sich persönlich um den Verkauf Ihrer Weine kümmern. Mit berechtigtem Stolz nannten sie mir bei einem Mittagessen in Laguardia, wo ihr Wein in der spanischen Hauptstadt überall zu finden ist: Casa Lucio y el Viejo Madrid, Sacha, Quintano 30, La Gabinoteca, De la Riva, El Comite, Dabbawala, La Manduca de Azagra, Abrazo de Vergara, Marisqueria Casa Rafa. Die Liste wäre noch länger, hätte ich die Brüder nicht unterbrochen. Sie lassen es sich aber nicht nehmen am Schluss noch darauf hinzuweisen, dass seit 2011 ihr Lagar de Eizaga als einziger Wein in den VIP-Logen im Bernabéu-Stadion in Madrid ausgeschenkt wird.

Von Marqués de Cáceres zu Viña Eizaga

Das dynamische Brüderpaar erinnert mich an unseren ersten Rioja-Kontakt. In den 1970-Jahren, als Rioja in der Schweiz noch einen eher zwiespältigen Ruf hatte, traf ich den jungen, weitsichtigen Weinproduzenten Enrique Forner, dessen damals als “modern” bezeichnete Weine mich überzeugt hatten. Die folgende exklusive Zusammenarbeit mit ihm, Marqués de Cáceres, trug viel Potential in sich und nach einer Zeit des Aufbaus war der Name Caceres zu einem Begriff für unsere Kundschaft geworden. Nach Enriques Tod übernahm seine Tochter Cristina die Geschicke des Rebgutes. Ihre Ausrichtung war mit unserer Philosophie aber leider nicht mehr vereinbar. So entschieden wir uns, eine neue Bodega zu suchen. Umso mehr freut es mich, dass ich nun erneut auf eine junge Generation gestossen bin, die ebenso viel Potential in sich birgt. Javier und Carlos verbinden die Tradition und Erfahrung der Älteren harmonisch und klug mit aktuellem oenologischem Wissen und bieten einen originalen und charaktervollen Rioja an, der mich begeistert.

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Bodega Lopéz Cristòbal, Ribera del Duero

Die Gewächse aus der Bodega López Cristóbal sind für unser Weinhaus ein glücklicher Fund: Überzeugende Rotweine, die rundum Freude machen.

Bereits der erste Kontakt mit der Familie López war vielversprechend, denn kaum je hat uns ein Mittagessen so gut geschmeckt wie Dolores Cristóbals Bacalao «a la Taberna», eine regionale Spezialität mit Stockfisch und Peperoni. Davor zeigten uns Santiago und Galo die Weine und den Betrieb und es kam zu einem fruchtbaren Gedankenaustausch. Zum genannten Mittagessen, nach spanischer Manier um halb Vier, wo es neben dem Bacalao Milchlamm-Koteletten vom Holzfeuer, Manchego und Selbstgebackenes gab, tranken wir die am Morgen degustierten Weine: vom «kleinen» Tinto Roble bis hin zur Reserva und zum Bagús. Die erste Bewährungsprobe war bestanden. Doch ist natürlich auch Vorsicht geboten: Das sympathische Ambiente eines Rebgutes beeinflusst den Weingenuss. Doch auch in den folgenden Degustationen in Zürich hielten diese Weine unseren Qualitätsansprüchen stand. Was angesichts der Sorgfalt bei den Reben und im Keller allerdings auch nicht erstaunt. Vater Santiago verwirklichte auf dem Familienrebgut 1994 seinen Traum einer eigenen Bodega. Sein inzwischen 42-jähriger Sohn Galo, ein studierter Ingenieur, unterstützt ihn dabei. Sein «Kind» ist der Bagús. Dieser Wein stammt aus einer ganz besonderen Parzelle: Auf ihr stehen 80-jährige, knorrige und verwitterte Rebstöcke (100% Tempranillo) – eine solch alte Anlage ist selten. Seit Galo das Potenzial der Lage erkannt hat, baut er sie separat aus. Die Produktion dieses Spitzenweines beläuft sich auf lediglich 3000 Flaschen pro Jahrgang.

Die Region Ribera del Duero

Gut 150 km nördlich von Madrid liegt Spaniens berühmtes Weinbaugebiet Ribera del Duero. Dort herrscht ein kontinentales Klima mit heissen, kurzen Sommern und kalten Wintern. Für den Stil der Weine mitbestimmend sind die kühlen Nächte während der Vegetations- und Reifephase. Dies bewahrt den kraftvollen Weinen Frische und Eleganz. Die wichtigste Traubensorte, Tempranillo, wird hier Tinto Fino genannt. Sie muss zu mindestens 75 % enthalten sein. Cabernet-Sauvignon, Merlot und Malbec dürfen mit maximal 25 % ergänzen, Garnacha und Albillo mit höchstens 5 %.

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Symington's: Warre's und Quinta do Vesuvio

Quinta do Vesuvio – Inbegriff für einen hochklassigen Portwein – erzeugt seit dem Jahrgang 2007 auch einen eindrücklichen trockenen Rotwein. “Warum eigentlich nicht?”, hat sich die Besitzerfamilie Symington vor ein paar Jahren gefragt und mit der ihr eigenen Gründlichkeit das Notwendige unternommen, um auch bei der Rotweinbereitung ein erstklassiges Resultat zu erzielen. Die Weinbauregionen Portugals sind ja bezüglich einheimischer Rebsorten eine wahre Schatztruhe. Nicht weniger als 8 finden sich auf der Quinta do Vesuvio. Ihre Trauben sind in der Regel sehr süss und haben sowohl Tannin als auch Säure, die den Weinen die erwünschte Struktur verleihen. Die Natur ist also grosszügig, doch wer annimmt, im sonnigen Lusitanien fliegen den Winzern die gebratenen Tauben quasi ins Maul, täuscht sich. Der Rebbau auf den terrassierten Hügeln, die sich bis 530 Meter über den Douro erheben, ist mühsam und das kontinentale Klima (trockene, heisse Sommer und bitterkalte Winter) verlangt den Weinbauern alles ab. Die Symingtons wissen: Grosses entsteht nur durch Anstrengung, und sie handeln entsprechend. Für die Rotweinbereitung wird ausschliesslich Traubengut aus den höchstgelegenen Reblagen verwendet. Das verleiht dem Wein Frische und Eleganz. Das Erntegut wird im Keller zweimal gesöndert (zuerst die ganzen Trauben und anschliessend noch die vom Stiel getrennten Beeren) und dann mittels Schwerkraft in die Gärtanks gegeben. Das Resultat ist ein ein solider, charaktervoller Rotwein klassischen Stils, klar und mit reiner Frucht, guter Statur und kraftvollem Tannin.

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Domaine La Rodeline, Fully

Das Ehepaar Roduit versteht es, auf subtile Art die Eigenheiten der einheimischen Traubensorten herauszuarbeiten.

In der Schweiz werden auf kleinstem Raum so viele verschiedene Rebsorten kultiviert, wie wohl nirgendwo sonst auf der Welt. Vielerorts durch die Alpen und deren Ausläufer geprägt, müssen die oftmals steilen Reblagen manuell bewirtschaftet werden. Haben Sie übrigens gewusst, dass rund 98% der Schweizer Weine im Inland getrunken werden?

Yvon Roduit kümmert sich erst seit 2002 hauptberuflich um das Familienrebgut in der Gemeinde Fully. Dennoch zählt er zu den erfahrenen Walliser Winzern. Das Wissen von gut 40 Weinjahren und Ernten kommt ihm zugute, war er doch lange Direktor in einem Walliser Weinbaubetrieb.
Seiner Kompetenz ist es zu verdanken, dass auf der Domaine jede Sorte ihren optimalen Standort erhält und der Keller* auf das Traubengut abgestimmte Bedingungen zu bieten vermag.
Die steil abfallenden und offiziell als Grand-Cru klassierten Reblagen der Domaine befinden sich auf einer Höhe von 480 bis 650 m ü M. Yvon und Claudine sind stets auf der Suche nach dem bestmöglichen Wein. Für ihre Spezialitäten ernten sie deshalb maximal 750 Gramm Trauben pro Rebstock und achten sorgfältig auf den idealen Erntezeitpunkt.

*Der neuer Keller wurde 2010 nach letzten Erkenntnissen energiesparend errichtet. Hier können Weinbereitung, Abfüllung und Lagerung individuell koordiniert werden.

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Azienda Agricola Biologica Santa Venere Di Eredi Scala Federico

Santa Venere liegt im 3000-Seelen-Dorf Cirò, auf einem Bergrücken des Hinterlandes der Küste des Ionischen Meeres am Berg Cirò (351 m ü M).

Das Landwirtschaftsgut (150 ha) befindet sich seit 1600 im Besitz der Familie Scala. Unter Giuseppe Scala, der hier 1996 die Führung übernommen hat, wird alles biologisch bearbeitet. Er ist ein Tüfftler mit einem klaren Ziel: Er will trotz des warmen Klimas elegante und fruchtige Weine erzeugen. Und er schafft es, den Alkoholgehalt seiner Weine erstaunlich niedrig zu halten. Dafür hat er einen Versuchsrebberg mit den alten autochtonen Sorten Kalabriens angelegt, welcher ihm als Experimentierfeld dient. In seinem Bestreben, die Weinqualität an die Spitze zu treiben, arbeitet er seit 2004 mit dem erfahrenen italienischen Oenologen Riccardo Catarella zusammen. Auf Riccardos Anregung hin werden die einheimischen Rebsorten mit sorgfältiger Selektion, durchdachter Anbaumethode und Ertragsbeschränkung zu neuem Ruhm geführt. So der spätreifende rote Gaglioppo, die Marsigliana Nera oder der Nerello Cappuccio.

Die Santa-Venere-Weine passen ausgezeichnet zu Antipasti und den klassischen rustikalen Gerichten der mediterranen, kalabresischen Küche. Über alles gesehen ist diese das Resultat der kulinarischen Vereinigung diverser Völker und Kulturen und vereint zudem Berge und Meer.

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Weingut Bründlmayer

Unbestritten zu den angesehensten Produzenten Österreichs gehört Willy Bründlmayer. Seine Rebgärten in Langenlois bei Krems besitzen den Vorteil, gewissermassen im Windschatten der Alpen zu liegen. Oktober und November gehören dort zu den trockensten Monaten, und es besteht somit kaum Gefahr, dass Regenfälle die Qualität der Trauben beeinträchtigen.

Dies ist besonders günstig für den seit vielen Jahrhunderten in Österreich heimischen Grünen Veltliner, der eine lange Vegetationsperiode schätzt. Die herbstlich kühle Luft, die nachts vom Wald­viertel nach Langenlois einfliesst, bewahrt den Trauben eine reife, aber frische Säure. Nach der Lese wird das Traubengut im Stahltank bei 15–20°C vergoren und nach der Gärung für einige Wochen in grossen Holzfässern zur weiteren Reifung gebracht.

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Schloss Englar, Eppan

Wer das Weingut Schloss Englar in Eppan besucht, wird zuerst einmal von scharrenden Hühnern, watschelnden Entenpaaren und schnatternden Gänsen begrüsst. Eine grosszügige Auffahrt oder einen gepflästerten Hof sucht man vergebens. Man fühlt sich hier wie auf einem stattlichen Bauernhof.

Der Besitzer, Johannes Graf Khuen-Belasi ist zwischenzeitlich aus seinem angestammten Beruf als Orthopäde in Bozen ausgestiegen und kümmert sich mit seiner Frau Maria um den Wiederaufbau des Familienrebgutes. Neben dem Weinbau hegen sie eine zweite Leidenschaft: Das fast schon ein bisschen verwunschen wirkende gotische Schloss mit der 1450 erbauten Kapelle St. Sebastian an prächtiger Aussichtslage. Das Hauptgebäude wurde 2015 zu einem kleinen, feinen Hotelbetrieb ausgebaut.

Unser Augenmerk jedoch gilt dem Reb- und Weinbau, wo sie biologische Richtlinien befolgen. So bemerkt der Graf belustigt, dass es immer wieder vorkommt, dass man im Garten oder zwischen den Rebzeilen auf ein Hühnerei stösst, denn die Hühner spazieren überall herum, fressen Schädlinge und legen eben ab und zu auch ein Ei. Die gesamte Rebfläche beträgt nur gerade 7 ha, deren Erträge früher in eine Grosskellerei in Girlan gingen. Die stets hohe Qualität des Erntegutes aus den guten alten Lagen hat Johannes Graf Khuen-Belasi veranlasst, die Weine selbst zu keltern und auszubauen. Zur Seite steht ihm als Oenologe der junge Johannes Pichler vom benachbarten Bergmannshof. Beim Gespräch mit ihm spürt man, wie gut er sein Metier in den Reben und im Keller beherrscht. Im modern eingerichteten, kleinen Keller ist alles vorhanden, was man braucht: offene Holz-Standen für die langsame Vergärung, ein Kühlsystem, Stahltanks und einige wenige Eichenbarriquen. Es wird ohne Zusatz von Zuchthefe gearbeitet, der Wein entwickelt sich in seinem Tempo. Johannes Pichler meint: «Überraschungen und Unvorhergesehenes sind möglich und machen den ganzen Vorgang spannend.» Die Englar-Weine beeindrucken mit ihrer blitzblanken sauberen und mineralischen Art, ihrer Sortentypizität und ihrer perfekten Ausgewogenheit.

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Wilhelm Walch, Tramin

Der Name Walch hat im Südtirol und weltweit einen guten Klang. Elena, die Architektin aus Mailand, kam beruflich nach Tramin und blieb. Sie heiratete Werner Walch und fand Gefallen an der Weinerzeugung. Sie wurde die erste Frau in der Südtiroler Weinwelt und revolutionierte mit ihrer Innovationskraft den Weinbau. In den vergangenen fast 3 Jahrzehnten erarbeitete sie sich äusserst erfolgreich und mit einer zeitgemässen Weinbereitung eine Spitzenstellung.

Ihr Tochter, die offene und engagierte, 31-jährige Julia Walch – 5. Generation dieser Weinbaufamilie – führt nun diese Frauenlinie fort und hat es sich zum Ziel gesetzt, den ursprünglichen, 1869 in einem ehemaligen Jesuitenkloster in Tramin gegründeten Familienbetrieb Wilhelm Walch wieder auf Vordermann zu bringen.

Ihr Rohmaterial sind die klassischen Südtiroler Rebsorten aus den aufwändig zu bearbeitenden rund 9 ha grossen Steillagen zwischen 350 und 800 m Höhe, grösstenteils in Tramin und Kaltern. Die Weinbereitung selbst geschieht in traditioneller Art – und hier liegt der grosse Unterschied zu den Gewächsen ihrer Mutter – ohne den Einsatz von neuen Eichenbarriquen. Sie will qualitativ hochstehende Weine mit einem attraktiven Preis-/Leistungsverhältnis: fruchtig-floral, fein, gradlinig und bekömmlich.

Bei Julia spürt man: diese Familie versteht etwas vom Weinbau und vermag den Ausdruck der Trauben im Wein abzubilden. Gekeltert und ausgebaut werden sämtliche Walch-Weine in den historischen Kellern des ehemaligen Jesuitenklosters. Neben alten handgeschnitzten Holzfässern – als Reverenz an die seinerzeitige Schweizer-Kundschaft sind in einem Fassboden die Kantonswappen eingeschnitzt – findet sich ein neuer innovativer Gärkeller mit modernster Kellertechnik für höchste Ansprüche. In diesem Bereich kümmert sich der erfahrene, langjährige Kellermeisters Gianfranco Faustin um seine Zöglinge.

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Bergkellerei Passeier, Sankt Leonhard

Konrad Pixner liebt die Hand-Arbeit in der Natur, ist Oenologe, ein richtiger Tüftler im Weinbau und – wie könnte es anders sein am Fusse der Dolomiten – Bergsteiger. Auf diesen scharfsinnigen, klugen und mit viel Liebe zur Rebe arbeitenden «Weinkünstler» sind wir im Passeiertal gestossen. Dort, in «seiner» Bergkellerei Passeier verwirklicht er eine naturnahe Weinbereitung nach seinen Vorstellungen, mit möglichst wenig Interventionen. Und er erzählt: «Dass bei einem solchen Unterfangen alles gut geht, braucht auch ein wenig Glück. Bei mehreren Lesegängen im gleichen Rebberg und Spontangärung (ohne Zuchthefe) kann man nicht alles planen. Während der Gärung habe ich sehr gelitten, habe fast schon gebetet unter dem Tank, dass der Wein durchgärt.»

Er hat in Bordeaux, Portugal, Südafrika, Neuseeland und im Südtirol Weinbau studiert. Sein Tatendrang, sein reichhaltiges Wissen und seine ausdrucksstarken Weine imponieren uns, sie tragen die Berge quasi in sich: ihr Klima, die Böden, die Menschen, die hier leben. Konrad Pixner wagt im Passeiertal, in dem Vieh- und Milchwirtschaft eine lange Tradition haben, ein Experiment. Er glaubt an nuancenreiche «Hochlagenweine», denn das Klima ändert sich, und bei einer Beschränkung der Erträge reifen die Trauben auch in höheren Lagen gut aus. So hat er, vorerst noch zu Versuchszwecken, an einer sonnigen Steillage oberhalb von St. Leonhard auf rund 1000 m Höhe Weissweinreben angepflanzt. Das Projekt befindet sich im Aufbau und muss sich erst noch beweisen.

Zwei weitere Weine kreiert er zusammen mit seinem Kollegen Lucas Pfister aus Argentinien, der als Oenologe in einer Kellerei in Südtirol arbeitet. Diese Weine tragen den Namen Rebello und werden ausschliesslich in die 50cl-Flasche mit Drehverschluss in einer sehr limitierten Auflage von 500 bis 900 Flaschen abgefüllt. Rebello, weil die Abfüllung in die 50cl-Flasche in den DOC-Vorschriften nicht vorgesehen ist, sie jedoch von der Güte her manch eine 75cl-Flasche in den Schatten stellt.

Diese Weine, ein Sauvignon mit Holzfassausbau und ein im Stahltank erzogener Cabernet-Franc zeigen in der Nase und am Gaumen eine beeindruckende Präsenz und Klarheit, und sie sind dazu kraftvoll. Trinkt man sie, wirkt es, als würde man sich mit jedem Schluck Konrad Pixners ansteckendes Lachen oder einen Schluck Bergsonne einverleiben.

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Domaine des Jougla – ein echter Familienbetrieb

Die Herzlichkeit von Alain Jougla und seiner Frau Jocelyne scheint sich auch auf ihre gut gebauten, kernigen Weine zu übertragen. Ja, im Languedoc existiert er noch: der weinbäuerliche Familienbetrieb, auf dem man ungekünstelte Gastfreundschaft erfährt.

Die Jouglas besitzen Reben auf zwei verschiedenen Bodenarten. Auf Schiefer wachsen fruchtige, weiche Weine, auf lehmhaltigem Kalkgestein kräftigere mit mehr Struktur. Die Kombination ergibt eine optimale Ausgewogenheit. Dazu kommen noch bis zu 100jährige Rebstöcke. So ist die hohe Qualität quasi garantiert. 20 Gemeinden bilden die Appellation Saint-Chinian contrôlée, und mittendrin, im Herzstück, liegt Prades-sur-Vernazobres, wo die Jouglas ihre Weingärten haben.

Seit die zurückhaltende Laurence nach einer gründlichen Oenologie-Ausbildung und Stages in verschiedenen Weinbetrieben in Europa, Chile und Australien  die Verantwortung für die Weinbereitung übernommen hat, haben die Jougla-Gewächse bezüglich Feinheit und Ausdruckskraft noch zugelegt.

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Château Petit Val

Denis Boutet musste Château Haut-Plantey infolge einer Erbteilung verkaufen; mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Haut-Plantey war ihm ans Herz gewachsen. Andererseits konnte er sich nun ganz seinem eigenen Weingut Petit Val widmen, das ebenfalls seit 1975 im Besitz der Familie Boutet ist.

Das nur gerade 9 ha grosse Rebgut liegt, auf sehr guten und kalksteinhaltigen Böden, 2 km vom Städtchen Saint-Emilion entfernt. Angepflanzt sind 70% Merlot, 20% Cabernet Sauvignon und 10% Cabernet Franc.

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Schloss Salenegg, Mayenfeld

Ein angesehener Betrieb in der Bündner Herrschaft ist das Schloss Salenegg, seit 1654 im Besitz der Familie von Gugelberg. Schloss Salenegg – stets mit Weinbau verbunden – kann auf eine rund 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Heute führen Helene von Gugelberg Höhener, deren Vorfahren das Gut 1654 erwarben, und Urs Höhener das prachtvolle Anwesen.

Die Reben erhalten hier jede erdenkliche Pflege. Besonderes Augenmerk wird auf die Reife der Trauben gelegt: So wird auf Schloss Salenengg später als üblich gelesen. Der anschliessende Ausbau des Rotweines findet in grossen Holzfludern statt. Das Resultat sind sortentypische Weine mit Frucht, Schmelz und Kraft. Die Blauburgunder von Schloss Salenegg sind Klassiker durch und durch und sie streichen alle Vorteile der Bündner Herrschäftler heraus: Bekömmlichkeit, Eleganz und vielfältige Einsatzmöglichkeiten beim Essen oder beim gemütlichen Beisammensein mit Freunden. Dieser beliebte Mayenfelder ist auch als 37,5cl-Flasche erhältlich. Ausserdem bieten im Angebot ist ein wunderbarer Marc.

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