Nadine Reichmuth

Wein begleitet mich, seit ich denken kann. Als Kind reiste ich mit meinen Eltern oft zu Winzern: in schöne Rebgärten, schlossartige Häuser und in viele Weinkeller. Durch Beobachtung wurde Wein über die Jahre zu einem Vertrauten.

Inzwischen ist eine Faszination daraus entstanden. Wein bringt mich immer wieder zum Staunen.

Nadine Reichmuth, Weinhandel

Wie ein Zaubertrank

Trauben sind besondere Pflanzen: ihre Ausdrucksfähigkeit ist schier unerschöpflich. Sie vermögen dem Wein eine grosse Vielfalt an Geschmacksrichtungen und Charakteren zu verleihen.

Jede Rebsorte teilt sich auf ihre Art dem Wein mit. Die Pflanze nimmt, während sie wächst, den Charakter des Bodens auf, die Einflüsse des Klimas und ja, sogar die Ideen und die Behandlung durch den Winzer.

Heisst es bei Haustieren, sie glichen ihrem Meister und umgekehrt, so ist das beim Wein genauso. Es ist der Geist, der vom Menschen auf die Weinpflanze übergeht – und umgekehrt. Neben der Traube ist auch ihre Behandlung durch den Winzer ausschlaggebend für den Ausdruck eines Weines.

Für mich ist Wein weit mehr als ein Getränk. Wer Wein achtsam zu sich nimmt, dem erzählt er seine Geschichte. Das macht den Winzer zum Künstler und den Wein zum Zaubertrank

Synästhesie und Wein – Weinbeschriebe in Bildern

Wenn ich Wein trinke, sehe ich Formen und Farben, da ich eine synästhetische Wahrnehmung habe. Diese hilft mir, die Eigenart eines Weines für mich klar zu erkennen. Bei meiner Arbeit, unsere Weine in Bildern dazustellen, wird mir immer wieder bewusst, dass jeder Wein einzigartig ist im Ausdruck und in seiner Wirkung. Sein Charakter beeinflusst für den flüchtigen Moment seines Genusses die Menschen, den Abend, die Stimmung.

Es gibt Weine mit Tiefen- oder Breitenwirkung. Weine mit Tiefenwirkung eignen sich erfahrungsgemäss für kleine Gesellschaften, Weine mit Breitenwirkung dagegen für grosse. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blog.

Château Cissac 2016

Rolf Reichmuth

Als ich vor nun über 50 Jahren in die Albert Reichmuth AG eintrat, war das der Beginn einer intensiven und hingebungsvollen Arbeit mit dem Kulturgut Wein. Inzwischen ist sie lebenserfüllend geworden.

Mein Vater, Albert Reichmuth, hatte in dreissigjähriger Fleissarbeit das Fundament für unseren Familienbetrieb und meine Tätigkeit gelegt.

Rolf Reichmuth

1967, die Zeit der grands seigneurs

Bordeaux lag damals noch im Dornröschenschlaf, in der Champagne und im Burgund dominierten Handelshäuser das kommerzielle Geschehen und das Rhonetal war – von wenigen Ausnahmen abgesehen – weinbäuerliche Landschaft. Von anderen Regionen in Frankreich, Italien, Spanien sprach man zwar, trank ihre Weine jedoch selten ausserhalb der Landesgrenzen.

Einzelne grands seigneurs prägten das Geschehen, so beispielsweise René Ott in der Provence, Gérard Chave in Hermitage, Louis Reynaud in Châteauneuf-du-Pape, in Bordeaux Baron Élie de Rothschild, der Oenologie-Professor Émile Peynaud und die bis zu ihrem Tod im Alter von 97 Jahren am 25. Dezember 1999 legendär arbeitsame grande dame unter den bordelaiser négociants, Madame (Mamie) Jeanne Descaves.

Sie waren meine Lehrmeister. Ihre Kompetenz und Bescheidenheit, obwohl bekannte Wein-Persönlichkeiten, waren eindrücklich. Fern aller Selbstbeweihräucherung waren es Leute „zum Anfassen“, die sich mir als noch jungem, unerfahrenem Weinhändler auf Anhieb erschlossen und mich von ihrem fundierten Wissen und reichen Erfahrungsschatz profitieren liessen. Solche Kontakte in verschiedenen Weingebieten Frankreichs erlaubten mir, ein wertvolles Beziehungsnetz in der Produktion und an den Lehranstalten aufbauen und ein solides Basiswissen zu erwerben.

Lust auf Neues

Mein Bruder Hans-Peter und ich waren voller Tatendrang. Dies war für unsern Vater eine Herausforderung. Frische Ideen musste er überschlafen und verdauen, bevor er jeweils zu den Vorschlägen meines Bruders und mir konstruktiv Stellung nahm. Seine Einwände zwangen uns zum Nachdenken, doch er hat uns sein Plazet nie verweigert.

Die ersten Subskriptionen

Dank unserer Beziehungen konnten wir die ersten Subskriptionen für junge Bordeaux‘ und Burgunder in der Schweiz einführen und boten CABERNET-Zeichnungsscheine für hochklassige Bordeauxgewächse an. Schnell erfreute sich unser Hausweineinkauf im Fass hoher Beliebtheit (heute ist diese Art des Weinimports ohne Verlust der Appellation leider nicht mehr möglich). Auch das Dreijahresabonnement für das Gewächs von Château Malescot-Saint-Exupéry war eines unserer Highlights. Doch vieles hat sich in der Zwischenzeit verändert, viele neue Regulationen, Gesetze und Besitzverhältnisse in Bordeaux und dem Burgund machen solche spontanen Aktionen beinahe unmöglich.

Reisen

Viele damals unbekannte Gewächse lernte ich auf meinen ausgedehnten, jährlichen Reisen kennen, z.B. die Châteaux Sociando-Mallet von Jean Gautreau oder Poujeaux der Gebrüder Philippe und François Theil im Bordelais sowie die Domaines des Comtes Lafon in Meursault oder Jean Grivot in Vosne-Romanée, die inzwischen längst Allgemeingut und hochgejubelt geworden sind. Dazu gesellten sich neue Herkunftsländer mit Angeboten für erstklassige Provenienzen aus Italien, aus Spanien den Rioja Marqués de Cáceres aus der damals von Enrique Forner frisch gegründeten, kleinen und überschaubaren Bodega in Cenicero, die im Verlaufe der Zeit mächtig gewachsen ist sowie für die köstlichen Weine aus Südfrankreichs Languedoc-Roussillon.

Wenn ich heute zurückblicke, so schien mir die Arbeit damals einfach. Trotz immer wiederkehrender konjunktureller Schwankungen entwickelte sich unsere Firma sehr erfolgreich. Das beflügelte mich. So wurden der Wein, die Produzenten und die Kunden Mittelpunkt meines Tuns.

Meine Werte

Zwischen meinen ersten Begegnungen im Jahr 1967 und heute haben sich die Traditionen in Rebbau und Weinbereitung (sowie in der Kommerzialisierung) gewaltig weiterentwickelt. Das alte „Hand“-Werk der Winzer und Kellermeister wurde vielerorts abgelöst von High-Tech-Anlagen und manche Weine wurden hineingepresst in das unerbittliche System standardisierter Genussmittel und sonnen sich im Scheinwerferlicht der Weinpublikationen.

Für mich persönlich geht es im Weinhandel um Werte, die über alle Äusserlichkeit hinausgehen und die so etwas wie die philosophischen Grundsätze der Albert Reichmuth AG beinhalten. Ich formuliere sie so: „Ehrlichkeit, Leidenschaft, Kompetenz und Umsicht.“

Unser Weinhaus wird seit 1932 mit Liebe und Kompetenz geführt. Jeder Wein hat seinen eigenen Charakter und wird ab dem Zeitpunkt des Imports unter idealen Bedingungen gelagert. Und der hauseigene Lieferdienst garantiert, dass die Weine sicher und sorgfältig bei Ihnen im Keller landen.

Unsere Geschichte

1932 wurde an der Stauffacherstrasse 145 a, unserem heutigen Standort, die Firma „Weinbedarf AG – Berger, Bujard, Cotinelli“ gegründet. Ihr Mutterhaus lag in Lutry (VD). 6 Jahre nach der Gründung wurde mein Grossvater Albert Reichmuth ihr Direktor. Davor war er als Verkaufschef bei „Provins“ und als Leiter der Weinhandlung „Baur au Lac“ bereits im Weinhandel tätig gewesen.

Albert – Die erste Generation

Als Albert das Unternehmen 1966 erwerben konnte, führte es unter seinem eigenen Namen weiter. Kurz darauf holte er meinen Onkel Hans-Peter und meinen Vater Rolf dazu. Mein Vater brach dafür sein Nationalökonomie-Studium an der Hochschule St. Gallen ab, um sich beruflich dem Wein voll und ganz zu widmen. Meines Grossvaters Lieferanten wurden seine Lehrmeister. Bei traditionsreichen Produzenten und Händlern bildete er sich gründlich über die Erzeugung und den Handel mit Wein aus, in den Reben, im Keller, im Büro und bereiste alle wichtigen Weinbauregionen Westeuropas.

Rolf und Hans-Peter –  Die zweite Generation

Schnell war die Albert Reichmuth AG ein Familienunternehmen geworden. Albert, Rolf und Hans-Peter organisierten die ersten Weinauktionen in Zürich. Wichtig war stets der direkte und zugleich tiefgründige Zugang zu Wein. Die Wissensvermittlung durch die seit 1967 erschienen Bücher Hommage au Vin stand in diesem Dienste. Jede/r sollte sich ein eigenes Urteil bilden können und nicht auf fremde Bewertung angewiesen sein. Und so soll auch jeder Wein individuell genossen werden können.

1976 entschied sich mein Onkel Hans-Peter für eine neue Tätigkeit als Entwicklungshelfer und spezialisierte sich später auf Tee. 1987 gründete er die Firma „Reichmuth von Reding“ und stieg definitiv aus dem Weinhandel aus. Über die Parallelen von Wein und Tee finden Sie hier ein Interview mit ihm aus dem NZZ Folio. In dieser Zeit zog sich auch mein Grossvater Albert aus dem Tagesgeschäft zurück.

Mein Vater übernahm die Firma seines Vaters. Er hatte sie inzwischen kennen und lieben gelernt. Sein Motto war stets: Von der Pike auf. Das hat sich für ihn bis heute bewährt. Zu seinem Lehrmeister hat er deshalb ein ganz spezielles Verhältnis: Frankreich ist seit jeher Spezialgebiet und sein Herzanliegen innerhalb der Albert Reichmuth AG.

Nadine – die dritte Generation

2010 bin ich, Nadine, ins Unternehmen eingestiegen. Ich bin eine klassische Quereinsteigerin. Als sich mir die Chance bot, habe ich meine Tätigkeit als Zeichnungslehrerin an den Nagel gehängt, um mich voll dem Thema Wein zu widmen. Dieser war stets wertschätzend präsent in meinem Leben. Ich erinnere mich an viele Reisen nach Frankreich, als ich klein war. Ich liebe den Geruch, wie er in Weinkellern üblich ist, bis heute. Er hat etwas sehr Vertrautes für mich. Ausserdem ist die Wahl meines Vornamens „Nadine“ aus der Liebe meines Vaters zu Frankreich erwachsen. Dank meinen Weinportraits (Weinbeschrieben in Bildform) kann ich heute ihre frühere Tätigkeit mit dem Wein verbinden. Und das ist für mich sehr wertvoll, ich kann sagen,ich habe meine Berufung gefunden. Und das Schöne dabei ist: Bei uns bereichern sich Tradition und Erneuerung gegenseitig.

 

In der Galerie sehen Sie einige Impressionen aus bald 80 Jahren Weingeschichte.

Beratung

Wir vermitteln mit Wein ein Stück Lebensqualität. Haben Sie eine Frage zur Weinauswahl? Benötigen Sie ein passendes Geschenk? Kommen Sie vorbei, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir beraten Sie gerne mit unserem Erfahrungsschatz.

Entdecken

Unser Sortiment hält für jede/n etwas bereit. Mit unseren Monatsangeboten haben Sie die Gelegenheit, in unser Sortiment einzutauchen. Ausserdem stehen in unserer Galerie du Vin stets 8 Weine offen zum Degustieren bereit.

Geschenkservice

Wir bieten Ihnen von der Beratung bis zum Versand einen bewährten Geschenkservice, auf Wunsch können auch persönliche Karten beigelegt werden. Jede Geschenksendung wird überdies als solche gekennzeichnet. Sie wählen, wir machen den Rest.

Lagerservice

Für die Entwicklung eines Weines in der Flasche ist seine Lagerung von entscheidender Bedeutung. Da nicht jeder Keller geeignete Bedingungen aufweist, können Sie gegen eine geringe Gebühr Ihre bei uns gekauften Weine einlagern (inkl. Versicherung der Weine).

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Wir verschicken ein- bis zweimal monatlich einen Newsletter mit unseren aktuellen Angeboten. Auf Wunsch können Sie diesen auch gern in Briefform erhalten. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder melden Sie sich für den Newsletter an.

Hauseigener Lieferservice

Wir sorgen dafür, dass Ihr Einkauf wohlbehalten bei Ihnen zuhause ankommt. Unsere Chauffeure tragen Ihnen die Weine bis vor die Haustüre oder auf Wunsch auch in Ihren Keller. Falls nicht anders gewünscht avisieren wir alle Lieferungen telefonisch.

Prozente

Profitieren Sie von unseren attraktiven Mengenrabatten (2% ab 24 Flaschen, 4% ab 60 Flaschen, 6% ab 96 Flaschen , 8% ab 120 Flaschen und 10% ab 144 Flaschen - als Einheit gilt eine Flasche à 75 cl). Ausserdem erhalten Sie bei Abholung 3% Abholrabatt (entfällt bei Bezahlung mit Kreditkarte). Sammelbestellungen lohnen sich.

Rückgaberecht

Für alle bei uns gekauften Weine gewähren wir bei sachgemässer Behandlung und Lagerung innerhalb der von uns empfohlenen Konsumperiode eine Gütegarantie. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Ihnen ein Gewächs geschmacklich nicht zusagt, wir schlagen Ihnen dann einen Austausch vor. Bei Korkgeschmack ersetzen wir den Wein. Wir benötigen dafür eine Flasche zur degustativen Überprüfung. Wir bitten Sie, die mangelhaften Flaschen innerhalb einer Woche nach dem Öffnen bei uns vorbeizubringen oder einem unserer Chauffeure mitzugeben. Falls Sie die Flasche per Post schicken möchten , gehen die Transportkosten zulasten des Kunden. Wir bitten Sie um Verständnis. Dies gilt bei allen Rücknahmen, wenn die Lieferung mehr als 2 Jahre zurückliegt.